Peter Rist - Bürgermeister und Schlagersänger während eines Auftritts                                                             Foto: Jan Zawadil
Herzschmerz statt Behörde:
der schlagersingende Bürgermeister Peter Rist

Als Finanzbürgermeister im schwäbischen Reutlingen verantwortet Peter Rist einen millionenschweren Etat. Doch die zweite Leidenschaft des gebürtigen Allgäuers hat längst die Oberhand gewonnen: Denn aus dem Bürgermeister soll der Schlagersänger Peter Rist werden, der den Menschen frohe Minuten bereitet.

 

JAN ZAWADIL

 

Reutlingen.   Wenn Peter Rist morgens in sein Büro im Reutlinger Rathaus kommt, dann gehören Anzug und Krawatte zum guten Ton. Schließlich wird von dem 42-jährigen Finanz- und Wirtschaftsbürgermeister der seriöse Auftritt erwartet. Verantwortet er doch nicht nur einen millionenschweren Etat, sondern trifft genauso auf Entscheider, die die Geschicke der schwäbischen Stadt lenken.

Ganz im Gegensatz zu den etlichen Terminen und Sitzungen steht jedoch die zweite Leidenschaft des Verwaltungsmanns, die ihn bereits seit frühester Kindheit begleitet und in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat: Denn aus dem bisherigen Bürgermeister soll nun endgültig der Sänger Peter Rist werden, der die Schlagerbühnen dieser Welt erobert.

Für den Traum von der Gesangskarriere will Rist deshalb seine Bürgermeisterlaufbahn sowie Anzug und Krawatte an den Nagel hängen und hat damit bereits für Kopfschütteln gesorgt. Wobei er seinen Kritikern immer wieder entgegnet, dass er nicht auf Sicherheit fixiert sei. „Schließlich gibt es Wichtigeres als ein sicheres Leben.“ 

Von Liebe, Herzschmerz, den ganz alltäglichen Problemen  und der kleinen Portion Glück handeln dabei Rists Lieder, die auf dem ersten, im Herbst erscheinenden Album zu hören sein werden und noch als Geheimnis gehandelt werden. Und obwohl er dann auch schon mal singt „Was kostet die Welt?“ will er ganz schlagertypisch nur ein Ziel erreichen: „Den Menschen frohe Minuten bereiten.“

Trotzdem betont der singende Bürgermeister immer wieder, dass er seine momentane Arbeit als Finanzbürgermeister sehr gerne ausübt. Wobei er darum auch nicht ganz herumkommt. Denn obwohl das Album eingespielt ist, will es der gebürtige Allgäuer auf eine volle Amtszeit bringen und erst in zwei Jahren seinen endgültigen Abschied aus dem Reutlinger Rathaus nehmen.

Dass es mit der Schlagerlaufbahn aber überhaupt nichts werden könnte, davon geht der 42-Jährige nicht aus. Vielmehr gehe es aus seiner Sicht darum, ob er in der ersten oder zweiten Liga spiele. Aus diesem Grunde gebe es auch keinen Plan B – und das schon deshalb, weil er die höchsten Ansprüche ja immer an sich selber stelle.

Dabei scheint Rist mit blondem Haarschopf und bescheidenem Lächeln ohnehin vielmehr für die Schlager-Karriere als für die eines Verwaltungsfachmanns geschaffen zu sein. Außerdem  wurde ihm die Musik schon in die Wiege gelegt, da der Vater nicht nur Musiker war, sondern gleichzeitig als Betreiber eines Ausflugslokals in der Nähe von Isny die passende Plattform für die Auftritte des kleinen Peters bereithielt.

Während das Schuhplatteln der Vergangenheit angehört, sich die Musik aber wie ein roter Faden durch Rists Leben zieht, wird das Album, so Rist, von volkstümlichem Schlager geprägt sein. Ausschlaggebend für die Entscheidung, Sänger zu werden, war für den Diplom-Verwaltungswirt mit Prädikatsexamen trotzdem der runde Geburtstag seiner Ehefrau vor zwei Jahren. Für sie habe er nämlich ein Lied geschrieben, das einerseits sehr gut angekommen sei, andererseits sei daraus der Entschluss entstanden, aus dem Thema Musik doch endlich mehr zu machen.

Rist sieht den Weg hin zum Schlagersänger und das Ausscheiden aus dem Bürgermeisteramt trotzdem weniger als Abenteuer, sondern als seine zweite Karriere. Dennoch gibt er sich – schon ganz Schlagerprofi – bescheiden. Gebe es für ihn doch wichtigere Werte als Geld und Luxus. Denn das Brot des Künstlers sei nach wie vor der Applaus, wobei er sich durch das Publikum bestärkt sehe, das ihn bisher aber vielmehr als singenden Bürgermeister und nicht als Schlägersänger Peter Rist kennt.

 

Portrait:

Peter Rist wurde am 17.06.1969 als jüngstes von sieben Kindern in Isny im Allgäu geboren. Nach dem Abitur 1989 folgte der Wehrdienst im schwäbischen Pfullendorf. Von 1990 bis 1994 absolvierte Rist sein Studium zum Diplom-Verwaltungswirt (FH) in Ludwigsburg. Seine Verwaltungslaufbahn führte ihn vom Landratsamt Alb-Donau-Kreis, nach Neresheim und wieder zurück nach Isny. Im Jahr 2005 folgte die Wahl zum Finanz- und Wirtschaftsdezernenten in Reutlingen, wo er noch bis 2013 im Amt bleiben möchte.

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